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Bitkom ist der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. Mit Datum vom 27.10.2026 hat bit.com zu einer Befragung folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

„Eine schlechte Note im Test oder für den Aufsatz – womöglich vergeben von KI statt vom Lehrer? Jede fünfte Lehrkraft? Nutzt KI zur Kontrolle von Aufgaben und Prüfungen. 7% der Lehrerinnen und Lehrer haben KI nach eigenen Angaben für die Benotung genutzt, ohne das Ergebnis zu überprüfen. Insgesamt nutzen 58% der Lehrkräfte künstliche Intelligenz für schulische Zwecke. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 501 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen 1 und 2 in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.“

Diese Zahlen deuten darauf hin, worauf eine unüberlegt eingesetzte KI-Strategie in den Schulen hinausläuft. Es beginnt ganz unauffällig. Eine Lehrkraft verfasst ein Aufgabenblatt für einige Schüler und Schülerinnen. Die Lösungen lässt er dann von einer KI-Assistenz bewerten. Er freut sich dass er durch die KI eine Hilfe für seine ungeliebte Routinearbeit erhält, die ihn entlastet. Und die KI macht das wahrscheinlich wirklich gut. Darauf denkt der Lehrer, dass er so ähnliche Aufgaben gleich der KI übergeben kann, die diese dann selbst entwickelt und selbstständig mit den entsprechenden Schülerinnen und Schülern auswertet. Und so geht es weiter. Später wird die Lehrkraft dann die Nachhilfe für einige schwierigere Schüler ganz an die KI auslagern. Die kann es ja besser; denn sie hat mittlerweile so viele Informationen gesammelt, dass seine Schülerinnen perfekt kennt und Aufgaben erstellt, die genau auf den Lernstand der betroffenen Kindern abgestimmt sind. 

Und hier beginnt die Problematik mit der KI. Persönliche Assistenzen sind nicht einfach ein technisches Hilfsmittel, sondern über die Prompt-Anfragen und ihren dialogischen Ansatz werden sie im Lernprozess zu Co-Cocreator/innen des Unterrichts. Ganz langsam kann sich damit das Gleichgewicht verschieben, indem diese Assistenzen näher als die Lehrkräfte bei den Schülerinnen und Schülerinnen sind. Sie beginnen immer mehr die Rolle der Lehrkräfte zu übernehmen, die sich zunehmend überflüssig fühlen.

Ich plädiere dafür, dass bei der Arbeit mit KI die Rolle der Creatoren und jene der Creatorinnen scharf unterschieden wird. Ihre unterschiedlichen Aufgaben müssen klar definiert und festgehalten werden. Sonst könnte sich leicht ein Prozess ergeben, wo die KI sich immer stärker didaktisch qualifiziert, während sich die menschliche Lehrperson gleichzeitig dequalifiziert. Und das würde bedeuten, dass die Schulen immer stärker über Algorithmen und technische Qualifikationen bestimmt werden, während die menschliche Seite der Bildungsprozesse immer mehr vernachlässigt wird.