
Die analogen Medien
Seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts habe ich die Medienpädagogik und die Medienbildung im deutschsprachigen Raum verfolgt und mit aufgebaut. Mein erstes Buch zu diesem Thema schrieb ich 1986: Der Titel lautete damals „Der Computer vor der Schultür“. Schon der Titel beschreibt, wie damals Medienerziehung und Medienpädagogik verstanden wurde. Im Zentrum standen die analogen Medien, nämlich vor allem Film und Fernsehen. Man sprach vom Fernsehen als neuer Form von Lagerfeuern, wo sich die Familie zu gemeinsamem Medienkonsum im Wohnzimmer vor dem flackernden Bildschirm versammelte. Die analogen Medien schufen so etwas wie eine besondere Sphäre außerhalb des „normalen“ Alltags, was medienpädagogisch zu Fragen nach der Aneignung der Medien im eigenen Leben führte. Film- und Fernsehprojekte in der aktiven produktiven Medienarbeit waren hier eine der wichtigsten Antworten.
Auch den Computer schien man in dieser Weise von außen zu begreifen: er stand, wie es mein Buchtitel ausdrückte, noch vor der Schultür. In den Achzigerjahren lautete die Frage: Müssen alle Menschen in Zukuft programmieren können oder vereinfachen grafische Bildschirmoberflächen die Nutzung. Wer sich für diese Anfänge der medienpädagogischen Beschäftigung mit Computern interessiert, kann hier mein damaliges Buch kostenlos herunterladen.
Digitalisierung und Postdigitalisierung
Seither hat sich durch die Digitalisierung viel verändert. Mit neuen Medien wie Handy und PC ist das Lagerfeuer längst einem Mediengebrauch gewichen, der viel stärker individualisiert geworden ist. Medien sind eigentliche „Wearables“, die individuell mitgeführt und genutzt werden. Das sieht man besonders gut etwa beim Reisen in Zug, wo fast alle Menschen individuell an ihrem Handy hängen und es zwischen den Reisenden kaum noch Kommunikation gibt. Die Miteinander ist dagegen ausgelagert an die verschiedenen Handys der Mitfahrenden, welche mit ihren Medienpartnern über soziale Medien in Kommunikation stehen.
Heute spricht man nicht nur von einer digitalisierten, sondern auch von einer „postdigitalisierten“ Gesellschaft. Damit ist nicht gemeint, dass wir nachdigital wieder zur analogen Gesellschaft von damals zurückgekehrt wären. Postmedial bedeutet vielmehr, dass alle Medien miteinander so stark verbunden und vernetzt sind, dass man sie nicht mehr als einzelne, sondern nur in diesem Verbund mit dem Alltag analysieren kann.
Unser ganzes Leben ist damit auch medial verfasst und kann strukturell nur noch im Zusammenhang mit Medien verstanden werden. Aus einer medienpädagogischen Perspektive heißt dies aber auch, dass wir gesellschaftliche Bedingungen wie Technologiewandel, Macht, Lernen und öffentlicher Strukturwandel in diesem umfassenden Zusammenhang analysieren müssen.
Die Rubriken dieser Website
Auf dieser Website soll dies in den verschiedenen Unterrubriken zum Ausdruck kommen:
Blogbeiträge
In meinen Blogbeiträgen versuche ich, aus der Aktualität heraus Aspekte des Medienwandels und der digitalen Kommunikation zu beschreiben – nicht zuletzt in Zusammenhang mit dem digitalen Kapitalismus. Neben Beiträge, die spezifisch für diesen Blog geschrieben sind, übernehme ich Artikel aus meinen publizistischen Arbeiten im Online-Magazin „infosperber“. Damit nehme ich Bezug auf meine journalistische Vergangenheit als Redaktor des „Schweizerischen Beobachters“, der „Schweizer Schule“ und aktuell als Mitarbeiter beim „infosperber“.
Fachwissenschaftliche Arbeiten
Im Weiteren beziehe ich mich auf dieser Website auch auf meine neuesten fachwissenschaftlichen Arbeiten, welche auf den Rahmen der Medienbildung verweisen – in letzter Zeit verstärkt zum digitalen Kapitalismus.
Neben diesen kürzeren Beiträgen stehen meine Buchpublikationen, von denen drei zum kostenlosen Download bereit stehen. Ich habe sie nochmals mit je einem Video auskommentiert, um zu zeigen, wie sich in diesen drei Büchern der Medienwandel in den letzten 40 Jahren dokumentiert.
Biografie
Kontrastiert wird dieser Verweis auf meine Bücher durch einen Abschnitt zu meiner Biografie und einer ausführlichen Literaturliste mit allen Beiträgen seit dem Jahr 2000. Aufgeführt sind allerdings allein meine Beiträge mit medienpädagogischem Fokus.
Andere fachliche Schwerpunkte wie meine Überlegungen zur Praxisforschung oder zur sozialpädagogischen Animation sind abgegrenzt durch Hinweise zu meinen diesbezüglichen Buchpublikationen dokumentiert.
DMB-Studio
Um meine gegenwärtige medienpädagogische Arbeit zu dokumentieren, sind hier die Arbeiten um Shadow Light Project im SLP Lab dokumentiert. Es geht hier am Beispiel KI unterstützer Musik um die Produktion von Musikbeispielen, wobei diese in den Rahmen grundsätzlicher Reflexionen zur KI eingebettet sind , welche die Medienpädagogik immer stärker bestimmt.
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Contributions available in English (under “Blogbeiträge”)

