A+

Vorlesen des Hauptinhalts starten oder pausieren. Escape beendet das Vorlesen.

Tipp: Drücken Sie die Escape-Taste, um alle Anzeigeeinstellungen zurückzusetzen.

Schlagwort: Musikindustrie

  • Shadow Light Project

    Künstliche Intelligenz krempelt die Musikindustrie um. Zum ersten Mal fiel mir das auf YouTube auf. Immer mehr Kanäle luden Songs hoch, die klangen, als stammten sie von professionellen Bands – nur dass diese Bands keine Geschichte hatten. Keine Biografie, keine Interviews, keine Live-Auftritte. Die Cover zeigten stilisierte, fotorealistische Figuren: perfekt ausgeleuchtet, ästhetisch inszeniert – und doch unverkennbar künstlich.

    Ob „Midnight Tears“ von RoboBlues oder irisch gefärbter Folk von The Celtic Tavern – die Qualität überrascht. Die Songs wirken eingängig, handwerklich sauber produziert, genretypisch. Eine Nachfrage bei KI-Systemen bestätigt den Verdacht: Hinter solchen Projekten stehen häufig keine Musiker, sondern Algorithmen. Kanäle wie The Celtic Tavernbedienen gezielt Stimmungen wie „Celtic Rock“, ohne dass je eine Band gemeinsam im Studio gestanden hätte (Hier kommt Bild «KI oder real» hinein).

    Eine Industrie in rasanter Entwicklung

    Die Zahlen sind beeindruckend und beängstigend zugleich:

    • Anfang 2025: Rund 10.000 KI-Songs wurden täglich auf dem französischen Streamingdienst Deezer veröffentlicht (ca. 10 % aller Uploads).
    • November 2025: Die Zahl stieg auf über 50.000 Tracks pro Tag.
    •  Inzwischen ist mehr als jeder dritte neue Song KI-gestützt oder vollständig künstlich erzeugt.

    Doch der Umbruch reicht weiter als die schiere Masse maschinell produzierter Titel. Auch reale Bands und Produzenten nutzen Programme wie Suno, Udio oder Boomy – zur Ideensuche, zum Experimentieren mit Stilvarianten, zur Textoptimierung oder für Vorproduktionen. „KI-gestützt“ wird damit zu einer neuen Normalität.

    Die klare Trennlinie zwischen „echter“ und „künstlicher“ Musik beginnt zu verschwimmen.

    Damit stellen sich neue Fragen: Was bedeutet das für Musikerinnen und Musiker? Droht finanzielle Konkurrenz durch maschinelle Massenproduktion? Geht Sichtbarkeit für reale Künstler verloren, wenn Playlists und Empfehlungsalgorithmen zunehmend durch künstlich erzeugte Titel geflutet werden? Und was geschieht, wenn Werbeträger ihre Musik künftig selbst per KI generieren – und damit als Förderer unabhängiger Künstler ausfallen?

    Listen in YouTube können existierende Musiker/innen bzw. Musikgruppen aufführen, aber auch reine KI-Projekte.

    Gegenüber der Kritik an KI-Musik ist zudem zu diskutieren: Ist KI-Musik tatsächlich seelenlos? Oder ist das nur eine Übergangswahrnehmung – vergleichbar mit früheren technologischen Umbrüchen? Werden sich neue Generationen von Kreativen etablieren, die mit KI arbeiten wie andere mit Instrumenten? Entstehen dabei womöglich neue Formen musikalischer Kreativität?

    Das „Shadow Light Project“: Ein Experiment an der Schnittstelle

    Um diese Entwicklung nicht nur passiv zu beobachten, habe ich das Shadow Light Project ins Leben gerufen. Es geht darum, Schatten und Licht der KI-Musik zu beleuchten, mit ihr zu experimentieren und dabei zu reflektieren, was das auf persönlicher, aber auch auf einer gesellschaftlichen Reflexionsebene auslöst. 

     «Shadow Light Project» existiert auch real als YouTube Kanal. Wir kündigen dort an:

    Das Shadow Light Project an der Schnittstelle von Mensch und KI – im Dialog zwischen Satire und gesellschaftlichem Ernst.

    DIE PHILOSOPHIE Puristisch. Direkt. Ungefiltert. Texte aus persönlicher Beobachtung und politischem Diskurs (unterstützt durch Gemini). Musik performt durch Suno Pro, kuratiert als integraler Teil des Entstehungsprozesses.

    DAS ZIEL Nicht die perfekte Produktion, sondern ein Fokus auf Licht- und Schattenseiten unserer Zeit.

    Entdecke das Experiment…

    Der Kanal von «Shadow Light Project» ist zu finden unter: 
    www.youtube.com/@ShadowLightProject

    Auf dieser Website bietet das Shadow Light Project Lab weiterführede Einblicke:

    • Hörbeispiele: Eine gespiegelte Auswahl der YouTube-Tracks von Shadow Light Project.
    • Blog & Reflexion: Kommentare zur täglichen Arbeit mit KI sowie exklusive Musikbeispiele, die nicht auf YouTube veröffentlicht wurden.
    • Austausch: Ich freue mich über externe Kommentare und den Dialog über die Zukunft der Musik.