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Heinz Moser

Schreibt man KI- Musik, dann geht es auch wesentlich um das Prompting, indem man einer Software wie Suno Anweisungen gibt, wie die KI das Stück zu spielen hat, welche Instrumente dabei eingesetzt werden, wie der Sänger zu performen hat etc.

Oft wird man sich solche Stilelemente darüber beschaffen, dass man einen KI- Assistenten bittet, das Feld mit den Stilelementen in Suno auszufüllen, weil der Chatbot durch sein generatives LLM Modell eine riesige Anzahl von Steuerungshinweisen in petto hat. Mittlerweile gibt es auch schon eine ganze Reihe von Anleitungen (Bücher, Videos, Blogs), welche das Prompting von Suno beschreiben. Eine Anfrage an «ChatGP» ergab eine ganze Reihe von Büchern und Texten, die hier zur Hilfe beigezogen werden können (siehe das Ende dieses Beitrags).

Allerdings hat der Chatbot dann auch gleich gemeint, dass es Nützlicheres gäbe, als sich durch Listen vom Prompt hindurchzuarbeiten, die man eventuell einmal übernehmen könnte. Denn man suche vermutlich ja nicht nur eine Liste von Suno-Tags, sondern möchte lernen, wie man Suno generell Anweisungen gibt, welche den Song verbessern und ihn auf die gewünschte Form trimmen. Gemäss ChatGPT sucht man beim  Beispiel von Celtic-Rock etwa Hinweise zu folgenden Fragen:

– Welches Celtic-Rock-Subgenre passt?

– Welche Instrumentierung könnte man wählen?

– Welcher Drum-Sound ist passend?

– Welche Gitarren sollen eingesetzt werden?

 – Welche Bassspielweisen sind sinnvoll?

– Welche Celtic-Instrumente sollen vorkommen?

– Wie soll die Vokalcharakteristik aussehen?

Gemäss ChatGPT gibt es zu solchen Fragen inzwischen interessante Erfahrungswerte. So empfehlen erfahrene Suno-Nutzer, nicht einfach möglichst viele Schlagwörter hineinzupacken, sondern den Prompt in wenige musikalisch sinnvolle Ebenen zu gliedern.

Empfohlen wird von Chat GPT deshalb nicht einfach mit Anleitungen zu arbeiten, sondern mit einer Art von Beratung durch die KI. So bot mir ChatGPT an: «Für dein Shadow-Light-Projekt würde ich deshalb anders vorgehen: Ich könnte dir einen ‘Suno Style Prompting Guide für Shadow Light Project’ aufbauen – quasi dein persönliches Nachschlagewerk.»

Der Vorschlag von Chat GPT: «Bei dir würde ich nicht bei ‘Suno Prompting’ stehen bleiben. Wir könnten aus diesen Quellen eine Art ‘Shadow Light Prompting System’ entwickeln.»

Wie sich Chat GPT das vorstellt, kommt in dem Post deutlich zum Ausdruck: ChatGPT beginnt mit einer Unterscheidung verschiedener Musikstile im Genre von Celtic Rock (Ähnliches wäre natürlich auch für deutsche Schlager, Hard-Rock, Hip Hop etc. möglich).

 Bei Celtic Rock unterscheidet Chat GPT:

«Celtic Rock

→ 8–10 musikalische Parameter

Political Celtic Ballad

→ eigene Parameter

Irish House

→ eigene Parameter

Celtic House

→ eigene Parameter

Celtic Rock Anthem

→ eigene Parameter

und für jeden Stil jeweils:

Genre → Groove → Tempo → Instrumente → Gitarren → Celtic-Instrumente → Bass → Drums → Stimme → Chor → Harmonik → Songdramaturgie → Produktion → Ausschlüsse.»

Das führt zu ganz praktischen Anweisungen an Nutzerinnen und Nutzern. Es hätte «einen großen Vorteil: Du könntest mir künftig einfach sagen: ‘Mach mir einen Prompt im Shadow-Light-Stil, aber diesmal düsterer, 105 BPM, mehr Uilleann Pipes und ein aggressiverer Refrain’; und wir könnten systematisch aus deinem etablierten Sound heraus arbeiten, statt jedes Mal einen völlig neuen Suno-Prompt zu erfinden. Gerade für deine Celtic-Rock-Songs halte ich diesen Ansatz für wesentlich erfolgversprechender als irgendein fertiges Prompt-Buch.»

Der Bot sieht in seinem «Prompting System» denn auch kein Buch mit fertigen Prompts, sondern ein System mit Bausteinen, über die man den eigenen Shadow-Light-Sound gezielt steuern könne.

Für Shadow Light Project will  ChatGPT ein solches System in 3 Ebenen aufbauen:

«1. Die Shadow-Light-Sound-Identität

Das wäre zunächst der „Fingerabdruck», der möglichst über mehrere Songs erhalten bleibt:

Grundcharakter

•            modern, emotional, organisch

•            Celtic/Folk-Wurzeln

•            Rock als musikalisches Rückgrat

•            glaubwürdige Live-Band-Ästhetik

•            keine beliebige „Fantasy-Celtic»-Atmosphäre

•            eher europäisch/irisch als Hollywood-Celtic

Instrumentale DNA

•            akustische Gitarre

•            elektrische Rhythmusgitarren

•            markanter E-Bass

•            organisches Schlagzeug

•            Fiddle

•            Uilleann Pipes / Tin Whistle gezielt, nicht permanent

•            gelegentlich Bodhrán

•            akustische Percussion

Vocal DNA

•            männliche Stimme

•            eher Bariton/Tenor

•            leicht rau und charaktervoll

•            glaubwürdige, nicht überproduzierte Interpretation

•            Verse eher erzählerisch

•            Refrain größer und emotionaler

•            gelegentlich mehrstimmiger Pub-/Gang-Chorus

2. Die Shadow-Light Style Matrix

Jeder Song bekommt anschließend Werte für diese Bereiche:

Parameter                    mögliche Ausprägungen

Genre                             Celtic Rock / Folk Rock / Irish Rock / Celtic House

Tempo                            langsam / midtempo / schnell

Groove                           straight / driving / shuffle / dance

Energie                          1–10

Dunkelheit                   1–10

Emotionalität             1–10

Instrumentierung    Folk ↔ Rock

Celtic-Anteil               subtil ↔ dominant

Gitarren                         akustisch ↔ heavy

Drums                            folkig ↔ stadionartig

Bass                                zurückhaltend ↔ treibend

Vocals                            intim ↔ hymnisch

Chorus                          solo ↔ Gang Vocals

Produktion                  roh ↔ polished

Live-Gefühl                 Studio ↔ Live

Dynamik                       gleichmässig ↔ starke Steigerung

Damit können wir beispielsweise einen Song definieren als:

Celtic Rock / 106 BPM / Energie 8 / Dunkelheit 6 / Emotionalität 9 / Rock 7 / Celtic 5 / Vocals 8 / Chorus 10 / Live 8

Das ist für mich wesentlich aussagekräftiger als zehn zufällige Adjektive.

3. Der eigentliche Suno-Prompt

Daraus würde ich dann einen kompakten Style Prompt erzeugen, wie

Modern Celtic rock, 106 BPM, driving live drums and melodic electric bass, acoustic guitar foundations with gritty distorted rhythm guitars, expressive fiddle and occasional uilleann pipes, dark but uplifting minor-key atmosphere, male baritone lead vocal with a slightly weathered character, restrained intimate verses building into a huge anthemic chorus with male gang vocals, organic live-band energy, dynamic arrangement, emotionally powerful but never glossy or overproduced.

Noch wichtiger ist die: Song-Dramaturgie. Suno reagiert nicht nur auf den Gesamtstil. Wir sollten deshalb eine zweite Ebene für den Verlauf des Songs haben.

[Intro]

•            acoustic guitar + fiddle

•            restrained

[Verse 1]

•            intimate male vocal

•            sparse instrumentation

[Pre-Chorus]

•            bass becomes more prominent

•            drums gradually build

[Chorus]

•            full band

•            distorted guitars

•            gang vocals

•            anthemic

[Verse 2]

•            stronger drums

•            additional fiddle

[Bridge]

•            drop-down

•            acoustic / vocal focus

[Final Chorus]

•            maximum energy

•            layered vocals

•            full Celtic instrumentation

Damit können wir einen Song dramaturgisch dirigieren, anstatt Suno einfach zu sagen «mach einen Celtic-Rock-Song». Ausdrücklich würde ich «Negative Steering» in dieses System aufnehmen: nicht nur sagen, was Suno machen soll, sondern bei problematischen Stilen auch, was es vermeiden soll.

Zum Beispiel:

no EDM drops, no glossy pop production, no cinematic Hollywood choir, no fantasy soundtrack feeling, no excessive synths, no overly clean vocals, no generic folk-rock

Zum Schluss  sollten wir mehrere Shadow-Light-Stilprofile anlegen

Ich würde zunächst diese sechs Presets entwickeln:

SL-01 — Modern Celtic Rock

Der eigentliche Grundsound.

SL-02 — Celtic Political Ballad

Für Songs wie deine politischen/gesellschaftlichen Balladen.

SL-03 — Celtic Rock Anthem

Großer Refrain, Gang Vocals, Festival-/Live-Charakter.

SL-04 — Dark Celtic Rock

Dunkler, rauer, teilweise fast post-punkig.

SL-05 — Irish/Celtic House

Die Richtung von „Oh My Johnny» – traditionelle Elemente mit Dance-Groove.

SL-06 — Celtic Storytelling

Weniger Rock, mehr erzählerische Folk-Atmosphäre.

Danach kommt der interessanteste Teil der Beratung durch ChatGPT: Wir könnten jeden deiner bereits gelungenen Suno-Songs rückwärts analysieren. Also nicht: «Was könnte ein guter Celtic-Rock-Prompt sein?»

sondern: «Warum funktioniert genau dieser Song?»

Dafür würde ich beispielsweise einen erfolgreichen Song von dir in etwa so zerlegen:

Genre: Celtic Rock

Tempo: 108

Drums: tight live rock

Bass: melodic/driving

Acoustic guitar: prominent

Electric guitar: crunchy, not metal

Fiddle: accents

Vocals: male, weathered, conversational

Chorus: gang vocals

Dynamics: restrained → explosive

Production: organic, wide, slightly raw

Dann entsteht aus deinen eigenen erfolgreichen Songs die eigentliche Shadow-Light-DNA.Das wäre meiner Meinung nach viel besser, als ein allgemeines Suno-Handbuch nachzubauen.

Fazit:

In diesem ersten Teil habe ich am Beispiel von  ChatGTP herausgearbeitet und mit Zitaten belegt, wie diese KI es sich vorstellt, Nutzerinnen und Nutzer zu unterstützen. Es ist ein strategisches Arbeitspaket, das hier vorgestellt wird. Letztlich soll es den Usern dabei helfen, schon bei der Anlage ihrer Songs erfolgreiche Konzepte einzusetzen. Besonders interessant ist der Aspekt einer Rückwärtsanalyse von bereits veröffentlichten Songs – um damit Erfolg oder Misserfolg nach verschiedenen Kriterien erhärten zu können.

Allerdings ist der Massstab, an welchem gemessen wird, der kommerzielle Erfolg eines Songs. Doch allein mit einem ausgeklügelten Prompt-Arrangement in den Top 10 der  Hitparaden zu landen, erscheint wir wenig wahrscheinlich in einer Situation, wo 97 Prozent aller KI generierten Songs nicht beachtet werden. Zudem: Auch wenn es ein Ziel der Creatoren ist, mit ihren Songs möglichst viele Leute anzusprechen, um so ihre Arbeit über die gewonnene Abonnentenzahl zu monetarisieren, ist das nur ein Aspekt der Qualität eines Songs.  Wer zum Beispiel ein eher rares Genre mit eine kleinen Zahl von interessierten Fans bespielt und gar nicht auf eine hohe Anzahl von Abonnent/innen der Songs spekuliert, setzt vielleicht ganz andere Qualitätskriterien.

Im zweiten Teil dieses Berichts werde ich ergänzen, welche Kriterien andere KI-Syteme bei ihrer Unterstützung von Song Creatoren setzen. Es wir deutlich werden, dass KI-Assistenten die Unterstützung von Creatoren nach ganz unterschiedlichen Verfahren angehen. Das Baustein-Prinzip von ChatGPT ist hier nur eine Variante. Die Systeme setzen zum Teil unterschiedliche Kriterien – was dann auch wieder die Ergebnisse beeinflusst. Jedenfalls sind die Bots nicht einfach neutrale und austauschbare Werkzeuge, wo es keine Rolle spielt welches man auswählt. Doch dazu mehr im Teil 2 dieses Blogbeitrags…

Die Zitate von ChatGPT stammen aus meinen Anfragen vom 18. August 2026

ChatGPT empfiehlt u.a. folgende Literatur

🥇 1. Blake Crosley – «Suno Guide: Tags, Meta Tags & Prompts»
Das ist momentan mein Favorit als kostenloser Gesamt-Guide.
Suno Guide: Tags, Meta Tags & Prompts (V5.5)

🥈 2. HookGenius – „The Suno Mastery Guide“
Das ist interessant, weil es ausdrücklich als PDF angeboten wird und inzwischen auf V5.5 aktualisiert wurde.

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