Kinderlieder gehören zu den naheliegendsten Anwendungen von KI-Musik. Text und Musikstil sind meist einfach gehalten – ähnlich wie bei vielen traditionellen Kinderliedern. Genau deshalb eignen sie sich gut für Experimente im Unterricht.
Der Auftrag
Meine Tochter – selbst Grundschullehrerin – wollte einen KI-Song einmal mit ihrer Klasse ausprobieren. Ihr Auftrag an mich: Mit der Suno-App ein Kinderlied zu dem Merkspruch zu entwickeln: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“.
Vom Merkspruch zum KI-Song
Zuerst sammelte ich zu dem Spruch, der die Anordnung der Planeten beschreibt, Materialien auf dem Netz, die dann mit Hilfe von KI zu einem Songtext verarbeitet wurden. Doch damit hat man noch keinen guten Text zusammen. Vielmehr ging es dann darum, diesen Text weiter zu verfeinern – vor allem wo die Reime etwas sehr trivial daherkommen. Und man muss auch prüfen, ob die Fakten stimmen. Bekanntlich halluziniert die KI gerne – sie könnte sogar „falsche“ Planeten erfinden.
Anspruchsvoll ist aber auch die Umsetzung für den Unterricht: Denn gegenüber vorgefertigten Liedern, die bereits vorliegen, eröffnet die Anwendung von KI neue Möglichkeiten, welche dieses neue Medium erst attraktiv machen: Denn man kann ein solches selbstproduziertes Lied sehr genau auf die Situation einer Schulklasse und die eigenen Schülerinnen und Schüler anpassen – bis hin, dass man einzelne Kinder etwas spezifischer „einbaut“. Und man kann auch Punkte zu einem Thema aufgreifen, die man in den Mittelpunkt stellen möchte: Einstieg ins Thema, Wiederholung der wichtigsten Aspekte eines Themas, Aufzeigen weiterführender Aspekte, Einüben der zentralen Punkte.
Warum KI-Musik hilfreich sein kann
Auch für KI-Musik stimmt vieles, was der folgende Text aus „LMVZ digital“ betont: Forscherinnen und Praktiker «betonen die positive Wirkung von Musik auf die Entwicklung, die soziale Kompetenz und die Motivation. Zudem weisen sie darauf hin, dass Musik auf unterschiedliche Hirnareale einwirkt: Erinnerung, Motorik, räumliche und visuelle Wahrnehmung werden durch Musik aktiviert und kognitive Strukturen verändert. Musik und Bewegung wirken sich also auf emotionaler wie auf kognitiver Ebene aus: Sie unterstützen eine positive Grundstimmung und aktivieren Hirnareale, die für Gedächtnisleistung und Lernprozesse relevant sind. Und natürlich hängt beides zusammen.“
Auch das weist nachdrücklich darauf hin, dass es nicht einfach um das Singen eines „netten Kinderliedes“ geht, sondern darum, welchen Mehrwert es für den Unterricht bringt. Auch Motorik, Klatschen und die Abwechslung von Einzel- und Chorgesang können viel zum Erfolg beitragen. Musik soll aber nicht einfach vom eigentlichen Schulstoff ablenken, sondern sollte ihn aufnehmen und mit den dadurch aktivierten Emotionen nochmals eine neue und anders geartete Qualität ins Lernen einbringen. Oder wie es Franziska Schaub im oben erwähnten Artikel von LMVZ digital sagt: „Wer Musik und Bewegung im Unterricht fächerübergreifend einsetzen will, sollte selber Freude daran haben und seine Klasse gut kennen. Man muss spüren, was es gerade braucht und was die Kinder und Jugendlichen annehmen können. Es gilt, die Angebote der Stimmung, Situation und Klasse anzupassen – sollen sie aktivierend, auflockernd oder entspannend wirken?“
Und natürlich könnte man noch weitere Schritte in ein didaktisches Konzept einbauen – nämlich dass Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Songs gestalten und aufnehmen; doch dazu in einem späteren Chat-Beitrag.
Der zu den Planeten entwickelte Song ist hier hochgeladen:



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